Betroffen wären von einer LTA / AD Gurte der Hersteller:
AmSafe, Anjou Aeronautique (formerly TRW Repa S.A., formerly L'Aiglon), Autoflug, Davis Aircraft Products Co., Schroth Safety Products GmbH, Pacific Scientific,
die von den deutschen Unternehmen:
LTB Schlemann, ACM Aircraft Cabin Maintenance GmbH, Gadringer Gurte GmbH und
R & S Aircraft Service
gewartet order repariert worden sind.
Falls Sicherheitsgurte und Körperrückhaltesysteme von einem dieser deutschen Betriebe gewartet oder repariert wurden, dann plant die EASA diese innerhalb von 3 Monaten nach Durchführung einer Kontrolle ausbauen und durch „einsatzfähige" Teile ersetzen zu lassen. Falls nicht, muss der betroffene Sitz komplett stillgelegt werden. Es wären vermutlich über 30.000 Sitzgurte von dieser Maßnahme betroffen.
Alle Betroffenen haben jetzt Gelegenheit, den Entwurf der Lufttüchtigkeitsanweisung, die sogenannte Proposed Airworthiness Directive (PAD), bis zum 10. Februar 2010 zu kommentieren.
Warum schreiben wir von „angeblichen Sicherheitsproblemen"?
Die AOPA Germany hält diese LTA / PAD für komplett überflüssig und wird auch entsprechend kommentieren. Für uns ist keinesfalls ersichtlich, dass die Luftsicherheit in irgendeiner Weise durch eine mangelhafte Qualität dieser Gurte gefährdet ist. Stattdessen handelt es sich wohl ausschließlich um eine Auseinandersetzung über eine unklare Paragraphenlage, die keineswegs zu Lasten der betroffenen Flugzeugbetreiber ausgetragen werden darf.
Da all diese betroffenen Betriebe vom LBA bzw. seit einigen Jahren auch direkt von der EASA kontrolliert wurden, stellt sich zudem die Frage, ob diese Aufsichtsbehörden nicht in Regress genommen werden können, falls sie tatsächlich über Jahre hinweg ihrer Aufsichtspflicht nicht korrekt nachgekommen sind.
So schreibt uns der LTB Schlemann:
„Wir wurden von dem Papier ebenso überrascht wie Sie und wir glauben nicht, dass es zur Veröffentlichung einer derartigen AD kommen wird. Wir besitzen eine gültige EASA Zulassung und Verfahrensanweisung für Gurte und alle von uns reparierten/überholten Gurte haben eine gültige EASA FORM ONE. Niemand kann uns irgendeine Verfehlung vorwerfen. Auch gab und gibt es keine Beanstandungen. Behauptungen der EASA, die von uns überholten Gurte wären unsicher, sind falsch. Das muss die EASA belegen können. Am Besten Sie fragen die EASA einmal wie sie dazu kommt das zu behaupten. Kein Gurt wird versagen.
Die von uns verwendeten Gurtbänder für stationäre Gurte haben je nach Type eine Bruchlast von 2500 bis 3000 kg, Schulterrollgurte je nach Type von 2000 bis 3000 kg. Die von uns verwendete Naht hat eine Bruchlast von ca. 2200 kg. Nach Selbstauskunft der Hersteller, hat keiner der Hersteller sich bei der EASA beschwert oder eine Anzeige erstattet."
Wir empfehlen allen Luftfahrtechnischen Betrieben und Haltern gegen diese geplante AD Widerspruch einzulegen.
Den Link zum Original dieser PAD finden Sie hier