Wir über uns
Mitglieder-Vorteile
Mitglied werden
Mitgliederbereich
Versicherungen
Satzung
Kontakt
AOPA-Crew

Fliegen lernen
Seminare & Training
METAR / TAF
Abkürzungen

Termine
AOPA-Handouts
Forum
AOPA-Shop
Links

AOPAs weltweit
For Foreign Pilots

 

  BMW contra Fürsty - Runde 2
  04.02.2010

Aufgrund unseres Aufrufs zur Unterstützung von Fürsty haben sich sehr viele Piloten zum solidarischen Handeln entschlossen. In den ersten 24 Stunden erreichten uns annähernd 100 Kopien von an BMW versandten eMails, und die Zuschriften reißen nicht ab. Hier eine kleine Auswahl.

Die BMW Kundenbetreuung reagiert jetzt handwerklich gar nicht schlecht. Innerhalb eines Tages wurde ein Standard-Antwortschreiben aufgesetzt, das aus einem PR-Lehrbuch stammen könnte (siehe unten):

In der Einleitung bedankt sich BMW freundlich für die Anfrage, im Schlussabsatz zeigt man Verständnis, bittet aber um noch mehr Verständnis für die eigene Position. Dazwischen weicht man den eigentlichen Fragen aus und präsentiert die Sicht der Dinge so wie man sie selbst gerne hätte, und wie sie der BMW-Vorstand schon immer dargestellt hat. Aber diese BMW-Sicht der Dinge stimmt mit der Realität einfach nicht überein:

  1. BMW hat in den politischen Entwicklungen gegen den Flugplatz Fürstenfeldbruck keineswegs nur eine passive Beobachterrolle gespielt, sondern gezielt gegen den Flugplatz gearbeitet. BMW geht natürlich nicht darauf ein, dass die bayerische Regierung nach der Schließung des Flugplatzes Riem annähernd 15 Jahre lang Fürsty als Ersatzflugplatz entwickeln wollte. Es war für die Politik ganz klar, dass sich der Flugplatz Fürsty ähnlich wie z.B. Bonn-Hangelar mit ca 400 oder Egelsbach mit ca. 600 Arbeitskräften entwickeln würde. Dieser politische Wille zur Zukunftssicherung des Standortes München war lange vorhanden. Erst die völlig unverständliche Haltung von BMW, die durchaus bestens mögliche gemeinsame Nutzung des Geländes abzulehnen, hat zu einer Umkehr der bisherigen politischen Haltung geführt. So haben BMW-Vorstände schon ab Frühjahr 2008 die IHK-München dazu aufgefordert sich zum BMW-Konzept zu bekennen und die Unterstützung der Privatflieger aufzugeben. Der Bereichsleiter Konzernkommunikation und Politik der BMW Group Maximilian Schöberl schreibt nicht nur an die IHK München, er hat auch hervorragende Kontakte zur CSU, ein Auszug aus seiner Vita: „Ende 1992 berief ihn der damalige CSU-Vorsitzende und Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel zum Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der CSU in München." Zu glauben, dass BMWs Bereichsleiter für Politik diese CSU-Kontakte nicht massiv für die Planung des Fahrsicherheitszentrums eingesetzt hätte, wäre recht naiv, er hätte sonst seinen Job nicht richtig gemacht.
  2. Es bleibt ein Fakt: BMW hat nie eine gemeinsame fliegerische Nutzung des Flugplatzgeländes in Erwägung gezogen, obwohl es von Seiten der Flugplatz-Betreibergesellschaft mehrere Gesprächsangebote gab. Deshalb äußert sich BMW zu diesem Vorwurf auch gar nicht mehr.
  3. BMW behauptet, ein ziviler Flugbetrieb sei nach der erfolgten Änderung des Landesentwicklungsprogramms und der Entwidmung durch Staatsregierung und Verteidigungsministerium nicht mehr durchführbar. Da irrt BMW eindeutig, denn die Entwidmung wurde zwar zum 31. Januar 2010 ausgesprochen, aber der eingereichte Widerspruch gegen die Entwidmung hat unmittelbar aufschiebenden Charakter. Der Beweis: Der Flugplatz Fürsty existiert immer noch! Und die Änderung des Landesentwicklungsplans bedeutet auch nicht automatisch das Ende des Flugplatzes. Über die Genehmigung des Flugplatzes wird der VGH München in dem noch immer anhängigen Gerichtsverfahren entscheiden.
Was ist zu tun? Lassen Sie sich bitte mit diesen Standardschreiben nicht abspeisen. Nur wenn BMW Ihren Druck als Kunden deutlich spürt, gibt es eine Chance einen ernsthaften Dialog zur gemeinsamen Nutzung des Geländes als Flugplatz und Fahrsicherheitstraining aufzunehmen.


Standardantwort von BMW

Sehr geehrter Herr XY,

vielen Dank für Ihre E-Mail, die wir gerne beantworten.

Sie haben sich bezüglich des von uns geplanten Standorts für das BMW Group Fahrer-Training in Maisach / Fürstenfeldbruck an uns gewandt und wir möchten Ihnen gerne die Hintergründe erläutern.

Die Entscheidung zur zukünftigen Nutzung des ehemaligen Militärflughafens in Maisach / Fürstenfeldbruck wurde auf politischer Ebene getroffen und berücksichtigt vor allem den Wunsch der Bürger in der Region, künftig auf eine Nutzung des Geländes für den Flugverkehr zu verzichten.

In diesem Zusammenhang wurde die BMW Group eingeladen, gemeinsam mit anderen Investoren (Münchner Trabrenn- und Zuchtverein, Polizei und Gemeinde Maisach) ein alternatives Nutzungskonzept vorzustellen. Dieses hat, nicht zuletzt aufgrund des Engagements mehrerer Investoren, Zustimmung im Landtag und bei der Lokalpolitik gefunden.

Ziviler Flugbetrieb ist nach der erfolgten Änderung des Landesentwicklungsprogramms und der Entwidmung durch Staatsregierung und Verteidigungsministerium nicht mehr durchführbar. Im Rahmen der gemeindlichen Planungshoheit hat die Gemeinde Maisach bereits eine klare Entscheidung zur nichtfliegerischen Nutzung getroffen. Damit ist eine kombinierte Nutzung unabhängig von unseren Planungen nicht umsetzbar.

Bei der Planung arbeiten wir eng mit den Behörden zusammen und werden selbstverständlich alle Vorgaben insbesondere im Bereich Naturschutz vorbehaltlos erfüllen.

Sehr geehrter Herr XY, wir verstehen natürlich aus Ihrer Sicht als Privatpilot Ihre Enttäuschung über die aktuelle Entwicklung. Trotzdem appellieren wir an Sie, die Chancen, die das Fahrsicherheitszentrum für die Region eröffnet und auch den wichtigen und nachhaltigen Beitrag unseres Vorhabens zur allgemeinen Verkehrssicherheit nicht außer Acht zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen
BMW Kundenbetreuung




 

 
         
▲ Top Impressum | Kontakt | Datenschutzerklärung | Suche | Home ▲ Top