In vorderster Frontlinie ist im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost der CSU-Abgeordnete Reinhold Bocklet zu finden, der seit dem Rauswurf aus dem Kabinett Stoiber im Oktober 2003 als CSU-Abgeordneter dem Landtag angehört und zudem Landtagsvizepräsident geworden ist. Der Begriff „Frontlinie" ist offenbar angemessen, denn auch die seriöse Süddeutsche Zeitung schreibt in ihrer Online-Ausgabe über den jahrelangen Kampf des Herrn Bocklet gegen die Zivilflieger:Bocklets derzeitiges Lieblingsprojekt ist die Konversion des stillgelegten Brucker Luftwaffenflugfeldes. Hier kämpft er seit Jahren, zuerst im Hintergrund und inzwischen ganz offen, für die Ansiedlung von BMW und den Trabern. Es ist ein Paradebeispiel, wie man einen politischen Gegner, in diesem Fall die Zivilflieger, so geschickt ausbootet, dass diese lange nicht merken, was gespielt wird. Ein loyaler CSU-Abgeordneter kann dann sogar erreichen, eine CSU-Staatsregierung umzudrehen und dazu zu bringen, von Kabinettbeschlüssen und fest gegebenen Zusagen abzurücken.
Hier die komplette Meldung: http://www.sueddeutsche.de/bayern/238/310169/text/
Präziser kann man es nicht zusammenfassen: Herr Bocklet kämpft im Hintergrund und dann ganz offen gegen den Zivilflugplatz Fürsty, die Zivilflieger will er geschickt ausbooten, die CSU-Staatsregierung umdrehen und von fest gegebenen Zusagen abrücken lassen.
Was macht der Koalitionspartner FDP? Die FDP hat sich im Wahlkampf mit ihrem Spitzenkandidaten Martin Zeil, dem heutigen Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, gegen die Ausweitung des Flugverkehrs am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ausgesprochen, aber an Fürstenfeldbruck kein besonderes Interesse gezeigt. So wurde in den CSU/FDP-Koalitionsvertrag ein Passus zum Rückbau Oberpfaffenhofens aufgenommen, aber nichts zu Fürstenfeldbruck geregelt. Die FDP beteuert eigentlich nichts gegen den Flugplatz zu haben, so hat sich die FDP auf Kreisebene noch im Juli 2009 am Flugplatz eingefunden und sich zu den vielen dort zu schaffenden Arbeitsplätzen bekannt, aber eine Auseinandersetzung mit der CSU auf Landesebene will man deswegen offenbar nicht riskieren.
Und was macht die Protestaktion der Piloten gegen BMW? Uns haben inzwischen über 200 Zuschriften an BMW in Kopie erreicht, wir gehen davon aus, dass noch viel mehr Piloten an BMW geschrieben haben. Wenn man berücksichtigt, dass nicht nur private BMW-Fahrer, sondern auch viele Unternehmen mit einem größeren BMW-Fuhrpark sich einer anderen Marke zuwenden wollen, dann kann man schnell abschätzen was für ein Ausmaß diese Aktion für BMW hat.
Inzwischen hat BMW erkannt, dass man mit Standardschreiben nicht viele Sympathien gewinnen kann und nimmt telefonisch Kontakt mit den Briefeschreibern auf. Immerhin, der Leidensdruck ist offenbar groß! Der Grundtenor dieser BMW-Anrufe ist ähnlich: BMW kann doch gar nichts für die Schließung von Fürsty, wir waren nie gegen den Flugplatz, und der Flugplatz ist doch schon tot, warum fliegen sie denn nicht nach Augsburg, Ingolstadt oder Jesenwang?
Auch wir hatten erstmals telefonischen Kontakt mit einem Vertreter der Unternehmensführung von BMW, was wir für sehr wichtig halten. Beide Seiten haben in diesem Telefonat ihre Positionen nochmals verdeutlicht und sie keinesfalls aufgegeben. Das grundsätzliche Problem scheint zu sein, dass BMW bislang ausgesprochen einseitig von den Flugplatzgegnern informiert wurde und in seinen Planungen nicht berücksichtigt hat, dass diese so oft herabwürdigend als „Fürstenfeldbrucker Spaßflieger" bezeichneten Piloten eine für das BMW-Automobilgeschäft wichtige Zielgruppe darstellen, die sehr empfindlich auf dieses Thema reagieren. Die AOPA hat in diesem Gespräch noch einmal klargestellt, dass sie jederzeit für Gespräche zu einer gemeinsamen Flugplatznutzung bereit steht, dass wir aber auch nicht von unserem Widerstand abrücken werden, solange BMW seine bislang gezeigte Einstellung zur Zerstörung des Flugplatzes Fürstenfeldbruck nicht aufgibt. Solch ein Kurswechsel braucht in einem Großkonzern aber Zeit, bis er von seinen Organen als notwendig erkannt und auch vollzogen wird.
Deshalb ist es wichtig, dass Sie weiter an BMW schreiben, ihre Fliegerkollegen informieren und sich nicht einlullen lassen. Wir halten Sie informiert!